Beschreibung

Das hochentwickelte BTC PRINS® SCADA-System mit vollredundantem Backup stellt nun auch spezielle Funktionen für WEAs bereit. Bei dem Projekt kam SAE IT-systems mit DNP3-Kommunikation zum Einsatz.

Die Windfarm Jozwin (Polen) umfasst elf 2.85-MW-Windturbinen welche mittels 110/15-kV-Umspannstationen an das 110-kVNetz angeschlossen sind. Die brandneue Umspannstation verbindet sowohl zwei 110-kV-Linien durch ein Kopplungsfeld als auch die Farm durch einen 110/15-kV-Trafo. Auf der Mittelspannungsebene gibt es neun 15-kV-Felder. Da das  Windkraftwerk noch in diesem Jahr durch weitere Windräder ergänzt wird, wird auch die Station 6 zusätzliche MS-Felder erhalten.

Um die Netzanschlussbedingungen zu erfüllen, wurde die Station mit Fernwirktechnik ausgestattet, welche die Onlinewerte an den Verteil- und Übertragungsnetzbetreiber übertragen sollen. Hierfür wurde ein System auf Basis des net-line FW-5000 von SAE gewählt. Den Anforderungen entsprechend bietet das FW-5000 fünf RS232-Schnittstellenkarten mit DNP3-Kommunikation. Drei davon tauschen die Informationen und Befehle mit dem Verteilnetzbetreiber aus (zwei redundante DNP3-Kanäle zum regionalen SCADA-System, ein dritter zur Hauptleitstelle).
Die verbleibenden zwei DNP3-Kanäle stellen eine redundante Verbindung mit der Verteilerzentrale des Übertragungsnetzbetreibers sicher. Darüber hinaus gibt es zwei IEC 60870-5-104 Kanäle zum BTC PRINS® SCADA-System des Parkbetreibers und einen weiteren für lokale HMI-Anwendungen (ebenfalls basierend auf BTC PRINS®).

In Feldrichtung integriert das FW-5000 zahlreiche unterschiedliche Komponenten. Die 13 Hochspannungsschutzgeräte sind beispielsweise mit Hilfe des mcFO-ST Sternkopplers per optischem Multimode unter Verwendung des IEC 60870-5-103 Protokolls angebunden; neun Mittelspannungsschutzgeräte per RS485-Bus (auch hier IEC-103). Weitere Hilfs-Stromversorgungen, Schaltautomatikeinrichtungen und zusätzliche Geräte (z.B. Drucksensoren) sind über den Standard Modbus-RTU oder Modbus-TCP angeschlossen.

Der Kunde wollte des Weiteren einige intelligente Stromzähler direkt auslesen. 28 ZMD/ZMQ Zähler von Landis+Gyr wurden, dank der Unterstützung des IEC 62056-21 Protokolls auf der RS485 Schnittstelle des net-line Fernwirkgerätes, erfolgreich intergriert. Eine zusätzliche FW-5 erfasst noch einige allgemeine E/A der Unterstation.

Besonderer Wert wurde auf die Kommunikation mit der Windparksteuerung gelegt. Die Fernwirkstation nutzt hierfür die Modbus-TCP-Schnittstelle mit einer optischen Ethernetverbindung im Single-Mode-Verfahren. Da es sich um eine sehr wichtige Datenquelle für das Gesamtsystem handelt, wird die Verbindung und alle Switche im Pfad kontinuierlich vom Fernwirksystem mittels SNMP-Diagnose überwacht. Dies wurde durch die Freischal tung des SNMP-Service im FW-5000 ermöglicht. Nach Abschluss der Inbetriebnahme laufen die Windfarm und alle Unterstationen im operativen Betrieb. Der Windpark wird durch das BTC PRINS® SCADA-System des Betreibers gesteuert, wobei alle täglichen Aktionen wie P/Q/U/Leistungsfaktorvorgabe weiterhin in der Verantwortung des Verteilnetzbetreibers liegen. Aus diesem Grund werden der Unterstation alle Sollwerte und Befehle für die 110-kV-Seite per DNP3-Kanal bereitgestellt. Dank Unterstützung des DNP3 Unsolicited Mode im Fernwirkgerät erhalten Verteil- und Übertragungsnetzbetreiber eine schnelle und verlässliche Rückmeldung aus dem Feld.

Bilder

Kunde

Business Technology Consulting Sp. z o.o.

Ort

Polen

Erstellungszeitraum

2015 bis 2016

Produkte

FW-5, FW-5000

Protokolle

IEC 60870-5-103, IEC 60870-5-104, IEC 62056-21