Beschreibung

Für Industrienetze wird häufig eine hohe Versorgungszuverlässigkeit gefordert, vor allem um Folgeschäden durch Energieausfall zu vermeiden.
Die BASF SE betreibt am Standort Ludwigshafen über 1000 sogenannte Niederspannungsstützpunkte, eine Kombination aus Hochspannungsschaltanlagenfeld (Ringkabelfeld) / Transformator/ Niederspannungsschaltanlage. Bisher wurden die Störmeldungen aus diesen Anlagen als sogenannte „Stützpunktmeldung“ an die zentrale Leitwarte gemeldet. Schalthandlungen waren von der zentralen Leitwarte aus nicht möglich.
Zukünftig sollten Einzelmeldungen der Stützpunktkomponenten zur zentralen Leitwarte übertragen werden und Fernsteuerungen einzelner Komponenten möglich sein.

Anforderungsprofil

  • Fernsteuern und überwachen von Niederspannungsstützpunkten
  • Konzept soll für 14 Knoten und maximaler Anzahl an Unterstationen ausgelegt werden
  • Fernwirkunterstationen sollen über IEC 60870-5-101/104 kommunizieren
  • Übertragungsmedium Cu-Leitungen oder LWL
  • Kopplung zur zentralen Leitwarte
  • Einbindung Fernwirkunterstationen unterschiedlicher Hersteller in einer Linie
  • Verwendung einheitlicher Modems
  • Die Befehlsrichtung soll mit Außenkreisprüfung und 1 aus n Prüfung erfolgen
  • Parametrierung und Inbetriebnahme soll durch lokales Personal durchgeführt werden
  • Hohes Maß an Standardisierung


Zur Umsetzung dieser Anforderungen haben wir für die 14 Knoten unsere net-line FW-5000 Fernwirkköpfe komplett mit Schaltschrank angeboten. Das Gerät lässt sich individuell mit 20 seriellen Schnittstellen bestücken. Dadurch hat der Kunde eine große Auswahl an Kommunikationsmöglichkeiten um die unterlagerten SAE Unterstationen an die zentrale Leitwarte einzubinden. 
Funktionen wie die Zeitsynchronisation über NTP, die Diagnose über den integrierten Web-Server und die Kopplung zu mehreren Leitstellen über eine TCP/IP-Verbindung waren ebenso möglich. Für die sogenannten Fernwirkmeldeschränke der Niederspannungsstützpunkte wurde das skalierbare net-line FW-50 Fernwirksystem komplett mit Schaltschrank angeboten. Besonderheit hier, falls mal ein Hardwaretausch der Fernwirktechnik erforderlich wäre, muss die Parametrierung der Station Vor-Ort durch eine SD-Karte sofort wieder eingespielt werden können. Es entfällt die zeitaufwändige Beschaffung der Parametrierungsdateien aus der zentralen Parametrierdatenbank mittels Laptop und einspielen in die CPU–Prozessorkarte.
Weitere Besonderheit war, zur gesicherten Befehlssteuerung und Befehlsabsteuerung sollten spezielle EVU Karten verwendet werden. Zum Einsatz kamen hier unsere EVU-2-O Karten. Sie besitzen mehrstufige Überwachungsfunktionen wie 1 aus n Überwachung, Außenkreisprüfung zur Überwachung des externen Koppelrelais-Spulenwiderstandes, einzeln justierbare Außenkreiswiderstände, einstellbare Nachdrückzeit usw.
Zu den Unterstationen wird das Protokoll nach IEC 870-5-101 verwendet, zum Leitsystem das Protokoll nach IEC 870-5-104.

2010 erhielten wir im Zuge einer Ausschreibung einen 3-jährigen Rahmenvertrag über die Lieferung von Fernwirksystemen für die Melde-, und Knotenpunktschränke zur Überwachung und Steuerung von Niederspannungsstützpunkten. Wir boten damals die überzeugendste und kostengünstigste Lösung an. Mittlerweile haben wir 14 net-line FW-5000 Fernwirkköpfe und 40 net-line FW-50 Fernwirkunterstationen komplett mit Schaltschranktechnik geliefert.


Bilder

Kunde

BASF SE

Ort

67056 Ludwigshafen

Erstellungszeitraum

Seit 2010 bis heute

Produkte

FW-5000 im Rittal Schaltschrank, FW-50 im Rittal Schaltschrank, WT Modem

Protokolle

IEC 60870-5-101, IEC 60870-5-104