Die Telekomprovider kündigen alle ISDN- und analogen Wählverbindungen in Verbindung mit DSL ab und stellen auf IP-basierende Anschlüsse - All-IP genannt - um. Dieser Technologiewechsel kann auch Ihnen Vorteile bringen, zunächst aber kann es aufwändig werden. Wir geben einen Überblick.

Was wird geändert

"Überall in Europa stellen große Telekommunikationskonzerne derzeit ihre Netze von Analog- bzw. ISDN-Anschlüssen auf IP / VoIP um. Diese so genannten "IP-basierten Anschlüsse" vereinheitlichen die Übermittlung aller Informationsarten wie Daten, Sprache und Video über das Internet Protocol (IP), weshalb auch von "All-IP" gesprochen wird. Mit der Umstellung auf IP-basierte Anschlüsse wird die Komplexität der Netzinfrastrukturen erheblich gemindert und eine einheitliche Darstellung und Übermittlung von allen Informationsarten über ein gemeinsames Kommunikationsprotokoll ermöglicht. Gleichzeitig sinkt mit All-IP die Anzahl zu betreibender Netzwerkkomponenten, die in bisherigen Misch-Umgebungen mit Analog-, ISDN- und IP-Anwendungen benötigt wurden." Quelle lancom-systems.de.

Ändert sich bei reinen analogen Wählanschlüssen etwas?

Nein! Die Telekom - als größter Anbieter der letzten Meile - ist sich ihrer Verantwortung bewusst und scheut den Aufwand hier Änderungen an Millionen von Endgeräten vorzunehmen. Es wird zwar auch hier eine netzseitige Anpassung geben, aber davon soll der Kunde nichts mitbekommen. Am neuen Anschlussknoten MSAN werden spezielle Adapter POTS auf den Linecards eingerichtet, die den alten Standard weiter unterstützen. Hier sollen alle alten Dienste weiter verfügbar sein bis hin zur Fern-speisung von Drehwählern mit Impulswahl. Der Einbau der POTS soll frühestens ab 2016 beginnen.

Wer also ist betroffen?

Von der All-IP Umstellung betroffen sind alle ISDN-Teilnehmer (Deutsche Telekom) und alle DSL-Anschlüsse mit altem Telefonanschluss (analog oder ISDN), bei denen gleichzeitig Datenübertragung mit DSL und Telefon in alter Technik betrieben werden. Bei der Deutschen Telekom ist im ersten Schritt der Umbau der VDSL-Anschlüsse mit mehr als 16 MBit/s Downstream vorgesehen. Bis 2018 soll die gesamte Migration umgesetzt sein. Auch die Swisscom bspw. will bis Ende 2017 All-IP umgesetzt haben. Bei Vodafone soll ISDN zumindest bis 2022 verfügbar sein.

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All-IP_als_Ersatz_fuer_Waehlleitungen.pdf - 204.04 KB
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